Freitag, 15. Mai 2009

13. Kapitel: Passprobleme

Seit ihrem Filmauftritt im Film "der Hauch des Todes", erhält Waris nur noch sehr spärlich Aufträge. Sie hat kein Geld mehr und kommt deshalb bei einem Freund unter. An einem schönen Morgen kommt er mit voller Freude in ihr Zimmer hineingestürmt. Waris ist auf dem Titelblatt der Sunday Times (bei ihrem Filmdebut abgebildet). - leider kein Bild davon gefunden. Weiterhin kommen allerdings keine neuen Aufträge. Sie wechselt die Agentur. Ihr wird sofort erklärt, dass in London schwarze Models kaum Aufträge finden. Sie müsse reisen. Und da beginnen wieder die Probleme. Sie hat keinen gültigen Reisepass.
Die Agentur erzählt ihr von einem sehr guten Rechtsanwalt (Mr Wheeler), der schon vielen Models einen Pass besorgt habe. Waris verabredet sich mit ihm. Er will für den Pass 2000 Pfund!!
Dafür sucht er einen geeigneten Mann für sie, den sie heiraten kann. So ist sie englische Staatsbürgerin. Waris leiht sich das Geld und nimmt all ihr Gespartes zusammen. Sie denkt sich, dass sie später viel mehr Geld verdienen werde und dies kein Problem gäbe zum zurückzahlen.

Wenige Tage später ist die Hochzeit. Sie trifft ihren zukünftigen Ehemann vor dem Altar zum ersten Mal. Es ist ein alter, hässlicher Ire.

Doch die Einwanderungsbehörde kriegt Wind von der ganzen Sache und lädt die beiden vor. Zuerst hält Waris dicht. Doch irgendwann wird ihr klar, dass sie nur betrogen wurde. Der Anwalt ist nirgends mehr aufzufinden. Sie erzählt der Behörde alles. Diese entziehen ihr vorerst den Pass.
Nach einiger Zeit erhält sie einen befristeten Pass für 2 Monate. Sie geht sofort nach Paris und Mailand, wo sie etliche Casting besucht und einige Jobs erhält. Zurück in London erhält sie einen Anruf von einem New Yorker Agenten. Er will sie buchen. Waris beantragt sofort ein Visum, jedoch gibt es Probleme und es wird nicht bewilligt. Stattdessen wollen sie Waris in 30 Tagen nach Somalia abschieben. Waris ist verzweifelt.

In ihrer Not spricht sie mit einer Kollegin, Julie, die sie während dem Modeln in Paris kennengelernt hatte, darüber. Diese hat eine super Idee. Waris solle doch ihren Bruder pseudohaft heiraten. Dafür muss sich Waris zuerst aber vom anderen Mann scheiden lassen. Sie sucht ihn mehrmals auf, wird aber immer wieder von seinen Schlägersöhnen abgewiesen - sie drohen ihr sie zu verprügeln. Sie bekommt Angst und geht mit Nigel (der den sie heiraten will) zum Haus des Alten. Sie sehen ihn durchs Fenster tot auf dem Boden liegen. Somit stand der Hochzeit nichts mehr im Wege.
Was Waris zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht weiss: Nigel ist wirklich in sie verliebt, schon seit jeher (sammelte schon vor langer Zeit Bilder von ihr). Nigel verhält sich wie ein Irrer und empfindet Waris als seine wirkliche Ehefrau. Dies hat immerhin zur Folge, dass er die Einwanderungsbehörde überzeugen und einen Reisepass für Waris organisieren kann. Waris kann ein Visum für die USA beantragen und erhält es. Der Modelkarriere steht nichts mehr im Wege.

12. Kapitel: Die Ärzte

Wie im vorherigen Kapitel schon angetönt, hat Waris eine Blockade mit Männern auszugehen. Sie hat Hemmungen wegen der Beschneidung. Doch dies sind weitaus nicht die einzigen Probleme, die sie seit dem 5. Lebensjahr hat. Immer wieder hat sie starke Schmerzen, wenn sie Wasser lösen muss. Viel schlimmer ist es allerdings, wenn sie ihre Tag hat. Jedesmal dauert sie mindestens 10 Tage, in welchen sie andauerend so schlimme Schmerzen hat, dass sie sich kaum noch bewegen kann. Jedes Mal in dieser Zeit ist sie verständlicherweise auch immer sehr gereizt. Ihre Kolleginnen können nicht verstehen weshalb, da sie ihnen nie etwas davon erzählt hat. Auch hier entstehen Spannungen.

Diesen Zustand kann Waris nicht mehr ertragen und geht deshalb zu den Ärzten. Sie lässt sich allerdings nicht untersuchen (schämt sich). Sie erklärt ihnen, dass sie immer während ihrer Periode sehr starke Schmerzen verspüre und sie zum Teil sogar kurzzeitig ohnmächtig werde.
Der Arzt verschreibt ihr eine Anti-Baby Pille. So bekommt sie keine Periode mehr. Zuerst ist Waris sehr erfreut darüber, jedoch treten mit der Zeit immer mehr Nebenerscheinungen auf (Mondgesicht, "fetter Hintern" usw.).

Als kein Arzt eine andere Möglichkeit als diese Anti-Baby Pille allerdings in Betracht zieht, sucht sich Waris den für sie besten Arzt aus und erzählt ihr von der Beschneidung. Er untersucht sie und findet heraus, dass die Wunde viel zu eng zusammengenäht wurde. Dies ist immer noch zur Zeit, als sie bei dem Botschafter wohnt. Im Gespräch zwischen ihr und dem Arzt übersetzt ein somalischer Mitarbeiter. Waris erzählt er aber kaum etwas von dem, was der Arzt auf Englisch erklärt. Viel mehr redet er ihr ins Gewissen, dass dies von ihrer Kultur aus nicht geht (typischer somalischer Mann; sie nehmen keine Rücksicht <-> Tradition ist wichtiger als das Leben).
Waris lässt sich jedoch nicht fest beeindrucken davon. Allerdings kann sie zu dieser Zeit keinen Termin vereinbaren, da ihre Tante Wind davon kriegen würde und es heftigste Probleme gäbe.

Nach der Abreise der Botschafterfamilie verliert Waris den Mut. Sie erinnert sich ständig an die Beschneidung. Sie hat Angst, sich einer weiteren Operation zu unterziehen. Eines Tages packt sie ihren ganzen Mut zusammen und zeigt ihr "Problem" Marylin. Marylin ist total geschockt ("was haben die mit dir gemacht?"). Sie wird sehr traurig und äusserst wütend. Bis anhin war sich Waris nie sicher, ob jede Frau auf der Welt dasselbe durchstehen musste, sie glaubte eigentlich schon daran (ich verstehe nicht, weshalb sie dann Hemmungen hatte mit Männern auszugehen, wenn sie doch dachte, dass alle Frauen dieselben Probleme haben).
Sofort vereinbaren die beiden einen Termin bei dem Arzt. Waris will nicht anderst sein. Sie will nicht mehr so starke Leiden haben. Entscheidet sich gegen die Kultur und für die Operation.

Im Sinne von Kant ist Waris mittlerweile aufgeklärt oder zumindest teilweise (sie benutzt ihren Verstand, um eine wichtige Entscheidung zu treffen. Sie lebt nicht einfach nur nach der Tradition).
Man sieht immer wieder, dass die Unwissenheit von Waris (geht allen Afrikanern in Europa so), zu vielen Missverständnissen führen, da sie überhaupt noch nicht aufgeklärt sind.

In jedem Kapitel erzählt Waris von früher, hat z.T. sehr viele Wiederholungen. Trotz allem ist es spannend zu lesen. Immer wieder zieht sie auch Vergleiche von ihrem Leben früher und zu dem heute.

Donnerstag, 14. Mai 2009

11. Kapitel: Das Model

Waris ist bei Mr Fairchild. Sie hat hat Halwa auch mitgenommen. Waris ist sehr misstrauisch. Sie hat Angst, dass er sie nackt fotografieren will. Der Fotograph kann sie aber davon überzeugen, an einem Shooting mitzumachen. Er will Profilaufnahmen von Waris machen (er habe noch nie ein solch perfektes Profil gesehen). Die Aufnahmen werden wunderbar. Leider kann er aber keine weiteren Fotos mehr machen, aus finanziellen Gründen.







http://www.buecher4um.de/WARIS3.GIF

1987: Einige Monate später ruft die Modelagentur Crawford bei Waris an. Fairchild hat die Aufnahmen der Agentur gezeigt und sie waren begeistert. Bereits 2 Tage später hat sie ihre erstes Casting (für den Pirelli-Kalender). Für sie ist alles völlig neu. Es ist ein riesen Stress (überall schminken sich Models und gehen hastig hin und her). Als Waris aber merkt, dass sie sich halbnackt fotografieren lassen muss, flüchtet sie unter einem Vorwand aus dem Gebäude. Für sie scheint die Karriere schon gelaufen.

Ein Tag später ruft jedoch die Agentur an. Sie fragt, wo sie gewesen sei und sagt ihr, dass Terence Donovan sie noch einmal sehen möchte. Die Modelagentin kann Waris davon überzeugen noch einmal zum Casting hinzugehen. Nach diesem Job werde sie viel bessere erhalten. Sie werde Geld verdienen und könne sich mit der Zeit auslesen was sie tun möchte und was nicht. Jedoch ist der Einstieg ins Modelgeschäft sehr schwierig.


Waris geht erneut zum Casting und erhält tatsächlich den Job (rasanter Einstieg; bereits nach dem ersten Casting bereits im Pirelli-Kalender) und muss sich sogar nicht einmal nackt zeigen (Donovan hat extra Rücksicht auf sie genommen). "Nie mehr im Leben Mc Donald's", schwört sie sich.

Für das Shooting reisen sie durch halb England (für Waris etwas wunderschönes). Während diesen Tagen schläft Naomi Campbell (16-jährig) mit ihr im selben Zimmer - Naomi meint immer, dass Waris eines der besten Models wird; jetzt ist es genau umgekehrt. Auf jeden Fall erhält Waris allerdings sogar noch das Titelbild des Kalenders (echte Ehre).

http://i4.ebayimg.com/04/i/000/82/90/a258_1.JPG

Gerade bei der Rückkehr nach London geht sie zum nächsten Casting. Diesmal für ein Bondgirl im Film "Hauch des Todes". Beim Casting muss sie allerdings Englisch lesen, was sie überhaupt nicht gut kann. Sie schämt sich und haut wieder ab. Sie geht am selben Abend zum Friseur und lässt sich ihre Haare blond färben, weil sie unbedingt einmal blond sein möchte (kindlicher Traum; überhaupt nichts spezielles für uns, allerdings für sie schon). Alle finden es scheusslich. Doch sie hat neuen Mut gefasst und geht nochmal zum Casting. Die Leute sind so begeistert von dem auffälligen Look, dass sie sofort eine Rolle erhält.

Als sie nun aber für den Dreh nach Marokko müssen, kriegt Waris Probleme. Sie hat keinen gültigen Pass mehr. Damit sie aber trotzdem mitgehen kann, fordert sie im Namen ihrer Freundin einen temporären Pass an und klebt ihr Foto darauf. Die Freundin heisst Marylin Monroe. Kurz vor der Abreise zieht die Freundin aber zurück und will das Risiko doch nicht eingehen. Waris bleibt nichts anderes übrig als den Pass zu klauen. So kann sie doch noch mitfliegen.

In Marokko gehen sie zu Kamelrennen. Sie will unbedingt auch einmal reiten und fragt einen Jockey, ob sie für ein Rennen ein Kamel von ihm haben dürfe. Alle lachen sie aus. Doch schlussendlich wird sie zweite. Alle sind völlig sprachlos.

Die Zeit ist sehr aufregend für Waris mit all den Videodrehs. Sie erhält eine kleine Nebenrolle, bei der sie nichts reden muss (leider habe ich keinen Ausschnitt mit ihr gefunden).

Als sie zurück nach England kommen, kriegt Waris am Flughafen Probleme mit dem Pass. Einer der Filmcrew hat ihren Pass angesehen und bemerkt, dass sie darin Marylin Monroe heisst. Bei ihnen hat sie sich aber immer als Waris vorgestellt. Waris hat keine Ahnung davon, dass es eine berühmte Sängerin mit gleichem Namen gab und verstand nicht was so aufregend daran war. Im ganzen Flughafen schrie es der Kerl herum. Waris bekam Angst. Doch schlussendlich kommt sie durch die Kontrolle.

Das Kapitel habe ich sehr spannend gefunden. Es ist sehr eindrücklich, was für einen Erfolg sie schon so früh hat. Es ist wie ein Märchen, kaum glaubwürdig.

kleine Karriere-, Aufstiegsleiter:


Link für weitere Informationen zum Modelgeschäft: http://de.wikipedia.org/wiki/Model#Geschichte

10. Kapitel: Endlich frei

Nach vier Jahren hartem Arbeiten ist die Amtszeit von Onkel Mohammed als Botschafter in London vorüber. Er muss mit der ganzen Familie nach Somalia zurückkehren. Auch Waris soll mit. Waris' eigentliche Absichten waren allerdings einmal Geld nach Hause zu schicken. Bisher gelang dies noch nicht. Die Mutter soll sich ein Haus leisten können (seit den ersten paar Kapiteln, erfahren wir kaum noch etwas über die Mutter, das einzige ist immer, dass sie der Mutter Geld schicken will und sie Schuldgefühle hat). Waris will also nicht wieder zurück. Damit sie dies in letzter Sekunde auch doch noch hinkriegt, vergräbt sie ihren Pass im Garten --> darf nicht Ausreisen (betteln hatte nichts bewirkt zuvor). Als sie dem Onkel erklärt, dass sie den Pass nicht mehr fände, findet der dies überhaupt nicht lustig. Er setzt alles daran ihn zu finden.
Doch er schafft es nicht mehr den Pass zu finden. Waris muss, darf zurückbleiben.


Als die Familie vom Haus weg ist, macht sie sich sofort auf in die Stadt. Sie geht in Kleiderläden und probiert jegliche Kleidungsstücke an, ohne jedoch nur eines davon zu kaufen (hat ja kein Geld). Sie hat Spass am Anprobieren, nicht am Kaufen. Durch Zufall trifft sie während ihrer Shopping-Tour eine Somali. Sie erzählt ihr ein Bisschen ihre Geschichte und darf für ein paar Nächte bei ihr übernachten (im YMCA, in einer Einzimmerwohnung (sehr nett von der Somali)). Nach einiger Zeit schlägt sie Waris dann aber vor eine eigene Wohnung zu mieten. Da es im YMCA keinen Platz mehr hat, zieht sie ins YWCA.




Bild des YMCA: http://www.emporis.com/images/5/2004/03/256193.jpg

Waris kann nun sogar arbeiten, im Mc Donald's, als Putzfrau. Sie hat keinen Vertrag (hat keine Erlaubnis) und erhält nur sehr wenig Lohn. Am Morgen geht sie zur Schule, am Nachmittag arbeitet sie.


Mit ihrer Freundin, Halwu (der netten Somali), geht sie nun oft in Nachtclubs. Die Männer stehen Schlange bei ihr. Allerdings steht sie nicht sehr auf weisse Typen. Halwu erklärt Waris, wie eine Lehrerin, wie sie sich zu verhalten hat und auf was sie aufpassen muss (welche Typen gefährlich sind; was sie nicht tun sollte usw.). Waris könnte etliche Freunde haben, jedoch hat sie Angst vor der Reaktion der Männer, wenn sie erfahren würden, dass sie beschnitten wurde (man sieht was eine solche Schandtat für Auswirkungen hat. Nicht nur, dass sie Schmerzen hat und sich mies fühlt, nein sie wird in etlichen Lebensbereichen eingeschränkt: sie muss sich überall doppelt überlegen, was sie tut und kann nicht einfach so mit einem Mann zusammen sein --> es gibt eine riesige Barriere; Hemmungsschwelle --> Männer halten sie für arrogant).

Eines Tages kann sie dann ins YMCA ziehen, da dort eine Studentin eine Mitbewohnerin sucht. Für Waris ist dies ideal und sie lernt weitere Leute kennen. Bald ist sie im YMCA überall bekannt, wegen ihrem Aussehen, ihrer Geschichte, aber auch ihrer aufgestellten Art.

Während der Arbeit trifft Waris im Mc Donalds per Zufall Mr Fairchild, den Photograph, der ihr die Visitenkarte gegeben hat. Sie sprechen kurz miteinander und Waris versteht endlich, was der Mann eigentlich will. Jedoch ist sie immernoch etwas misstrauisch. Am Abend spricht sie mit Halwu darüber. Halwu kann sie überzeugen, dass es nichts Schmudeliges ist und dass sie ihre Chance zu packen versuchen muss. Sie rufen gleich an und vereinbaren einen Termin.

9. Kapitel: Das Dienstmädchen

In London muss sie nun 4 Jahre lang, täglich, ohne je einmal Pause zu haben, arbeiten. Es ist härter als je zuvor. Zu den ganzen neuen Gewohnheiten, gehört auch das Sich-Richten nach der Uhrzeit. In Somalia hatten sie nie eine Uhr. Hier muss nun alles pünktlich nach Plan erledigt sein. Zu ihren Arbeiten gehören das Putzen, Kinder hüten und neuerdings auch Kochen, was sie noch lernen muss. Sie lernt eine völlig neue Gesellschaft, Welt kennen.

Der Onkel und die Tante lassen ihr überhaupt keine Freiheiten. Sie darf nichts für sich tun. Irgendwann wird es ihr zu bunt und sie geht in einen Englischkurs. Nach einer Weile allerdings findet es der Onkel heraus und von nun an muss sie sich selbst, mit Hilfe von Büchern, die Sprache beibringen. Sie ist sehr motiviert und die Tochter des Botschafters hilft ihr. Doch trotzdem ist es sehr schwierig und ihre Englischkenntnisse verbessern sich nur sehr langsam.

In der Zwischenzeit erfährt sie, dass ihre älteste Schwester, Aman, und ihr Bruder (der Kranke) starben. Sie kann diesen Schicksalsschlag kaum verdauen. Sie braucht sehr lange. Sie hat niemanden mit dem sie darüber reden kann und fühlt sich deshalb oft sehr einsam. Diese Gefühl von Einsamkeit wird einmal so stark, dass sie mit dem Gedanken spielt, sich umzubringen. Sie hat bereits das Messer aus der Küche geholt und sitzt in ihrem Zimmer, als sie sich doch umentscheidet. Wie sie sagt der Mutter zuliebe.

Ein paar Wochen später erhält sie einen Anruf ihrer Mutter. Waris ist auf der einen Seite überglücklich, ihre Mutter zu hören, auf der anderen Seite fühlt sie sich wieder schuldig (dies erwähnt sie immer wieder; nervt schon fast ein Bisschen).

Die eine Tochter des Botschafters ist wunderschön (Waris beschreibt alle Frauen als wunderschön; kann sich schlecht ein Bild der Frauen machen, weil alle immer so schön sein sollen; z.T. etwas unglaubwürdig; Schönheit ist aber halt immer verschieden definiert). Auf jeden Fall hat diese Tochter einen Modelauftritt und Waris begleitet sie, um zu assistieren - hat bisher noch nie von modeln gehört. Sie bekommt daraufhin Kleider wahnsinnig gerne und verkleidet sich dann heimlich zu Hause mit den Kleidern des Onkels - natürlich ohne Erlaubnis. Wenn sie sich dann aber präsentiert, müssen doch alle lachen und finden es toll. Die Tante erzählt dies ihren Freundinnen, welche ihr dann raten, eine Modelagentur aufzusuchen. Waris ist ebenfalls seit ihrem Assistieren völlig begeistert vom Modeln, so dass sie es unbedingt auch machen will.

Doch weil die Tante dies nicht will, muss sie weiter den Haushalt führen. Eine neue Aufgabe kam mittlerweile hinzu. Jeden Tag muss sie die Cousine, deren Vater starb, zur Schule bringen. Eines Tages spricht sie ein Mann an, wie sich später herausstellt der Vater einer Schulkollegin der Cousine, und bietet ihr Modephotos an. Dies geschieht im Jahre 1983. Doch weil Waris kein Englisch versteht und immernoch ein Trauma von fremden Männern hat, weist sie ihn immer ab. Trotzdem hinterlässt er ihr eine Visitenkarte und steht sogar mehrmals vor der Tür des Botschafters. Doch Waris hat Angst vor ihm.

8. Kapitel: Unterwegs nach London

Es ist ein sehr kurzes Kapitel, in dem Waris ihre Pannen und Erfahrungen vom Flug beschreibt.
Vor der Abreise hat sie keinen Schimmer, was sie nun erwarten wird. Fatima sagt ihr, sie werde weiss werden in Europa. Waris hat ein mulmiges Gefühl. Erst recht dann, als sie erfährt, dass sie alleine fliegen muss, da der Botschafter noch ein paar Tage in Somalia bleiben muss.

Immerhin begleitet er sie noch zum Flughafen, überreicht ihr den Reisepass (bisher hatte sie noch keinen) und bringt sie zum Flugzeug. Im Flugzeug drin hat sie keine Ahnung, auf welchen Platz sie zu sitzen hat. Alle Menschen starren sie blöde an. Sie fühlt sich verloren. Nach etlichen falschen Plätzen, bringt sie eine Stewardess schlussendlich zum richtigen Platz.

Als sich Waris im Flugzeug umschaut, sieht sie zum ersten Mal in ihrem Leben (!) weisse Menschen. Sie denkt, dass sie alle krank seien und es ihnen wahnsinnig schlecht geht, hält sich deshalb auch möglichst fern von ihnen.

Als während dem Flug die Stewardess Bonbons verteilt, greift sie mit voller Hand zu und packt sich eine Ladung, will sogar noch ein zweites Mal zugreifen. Sie hat keine Ahnung wie sich zu benehmen. Sie wird ins kalte Wasser geworfen, in eine völlig neue Welt und alle Menschen sehen sie nur blöde an, anstatt zu versuchen ihr zu helfen.

Die beste Szene kommt allerdings nun. Waris muss unbendingt auf die Toilette. Sie hat noch nie zuvor ein solches WC gesehen! Jedoch errät sie richtig, was für einen Zweck die WC-Schüssel hat :); für uns unvorstellbar. Doch als sie spülen sollte, hat sie keine Ahnung welcher Knopf es ist. Sie hat schon Geschichten gehört von anderen Nomaden, in denen gesagt wurde, dass Flugzeuge Knöpfe hätten, die alles explodieren liessen. Sie hat Angst, einen solchen Knopf zu erwischen. Also füllt sie einen Papp-Becher nach dem anderen mit Wasser und verdünnt ihren Urin, bis die Flüssigkeit kaum noch gelb ist. Die Leute klopfen schon wie irr an die Türe, doch da sie überhaupt kein Englisch kann, ist sie aufgeschmissen.

Es ist sehr lustig beschrieben, auch sehr oft selbst-ironisch. Sie macht aus ihrer damaligen Unwissenheit einen Spass. Zum Lesen ist dies sehr amüsierend.
Als sie in London landet, schneit es. Zuvor hat sie noch nie Schnee gesehen (als wäre es nicht schon genug Neues).

Die sehr freundliche Familie des Botschafters holt sie ab und nimmt sie mit nach Hause, in einen riesigen Palast. Waris darf sich zuerst einmal ausruhen. Sie darf ins Himmelbett der Tante schlafen gehen; ist so gross wie die Hütte, in der sie früher lebte (geschlafen haben sie zudem erst noch draussen). Für Waris ist alles ganz neu. Sie wurde vom einen Extrem ins Andere geworfen.

7. Kapitel: Mogadischu

Da sie nun von ihrer Schwester davongelaufen war, muss sie sich natürlich eine neue Unterkunft suchen. Während der Zeit bei ihrer Schwester hatte sie einige Verwandte (v.a. von Mutter Seite) und die Grossmutter (70. jährig) kennengelernt.

Als erstes will sie ihr Glück bei ihrer Tante versuchen. Um zum Marktplatz zu gelangen will sie den Bus nehmen; wird schon fauler.
Bei der Tante hat sie Glück. Sie wird aufgenommen. Im Gegenzug dazu muss sie allerdings den Haushalt führen und auf die 3 Kinder acht geben. Waris lernt in dieser Zeit in geschlossenen Räumen zu leben. Bis anhin lebte sie stets kleinen Hütten, die kaum richtige Wände hatten.
Die Kinder werden oft sehr frech. Als sie dann einmal den ältesten Sohn erwischt, während er mit einem Mädchen in einer Kanalröhre sich auszieht, rastet sie aus. Sie kann dieses Verhalten überhaupt nicht verstehen und schlägt den Knaben. Sie macht die selben Fehler, die auch ihr Vater macht - obwohl doch eigentlich die Mutter ihr Vorbild ist. Man sieht, dass Waris mit ihren 14 Jahren schon an die Grenzen gelangt, wenn sie so viel Verantwortung übernehmen muss - bei uns ist dies unvorstellbar. Als die Tante von den Schlägen hört, gibt es Streit und Waris muss die Familie verlassen.

Sie versucht ihr Glück bei der nächsten Tante. Es leben so viele Schwestern der Mutter in Mogadischu, weil die Mutter eigentlich aus einer reichen afrikanischen Familie abstammt und nicht als Nomadin aufwuchs. Die Familie ist sehr freundlich. Doch auch hier muss sie im Haushalt helfen, jedoch zusammen mit der ältesten Tochter, Fatima. Der Haushalt muss peinlich genau erledigt sein. Waris ist für das Putzen zuständig - jeden Tag.

Waris macht sich immer häufiger Sorgen um die Mutter. Ich verstehe hier nicht genau weshalb. Denn wenn Waris den alten Mann geheiratet hätte, dann wäre sie auch nicht mehr bei ihrer Mutter...
Um ihr Gewissen zu beruhigen sucht Waris Arbeit, um Geld an ihre Familie senden zu können. Während sie auf der Strasse geht, kommt sie an einer Baustelle vorbei. Sie fragt, ob sie auch mitarbeiten könne. Nach längerem Gelächter der Männer und als sie sehen, dass sie es ernst meint, darf sie. Nach einem Monat hat sie 60 Dollar verdient. Sie kann nicht mehr weiterarbeiten, da es zu hart für sie wurde. Schon nach einem Tag hatte sie offene Hände, biss aber auf die Zähne bis Ende Monat. Nun hört sie aber schon wieder auf.

Eines Tages kommen Männer bei der Tante zu Besuch, die gerade aus der Wüste kamen. Sie seien ehrliche Männer versicherte die Tante. Als Waris hörte, dass sie wieder zurück in die Wüste gehen und ihre Mutter besuchen wollen, bittet sie die Männer das Geld der Familie zu übergeben - leider kam es nie an (wieder einmal zeigt es, wie man in Afrika niemandem vertrauen sollte - da alle so arm sind, schaut jeder nur für sich).

Ein paar Wochen später kommt der Bruder der Tante zu Besuch und erzählt ihr, dass er ein Dienstmädchen in London brauche. Der Bruder ist Somalias Botschafter in London zu dieser Zeit. Waris belauscht das Gespräch und bittet die Tante, dem Bruder sie vorzuschlagen. Nach langem zögern und etlichem Widersprechen willigt sie trotzdem ein und hat Erfolg. Der Bruder nimmt Waris mit nach London.
--> man muss Glück haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, damit man es weit nach oben schafft. Dies hat man in diesem Beispiel ein weiteres Mal in dieser Geschichte gesehen.
Mogadischu:

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